Forschung, Entwicklung, Innovation

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung des Konzerns beliefen sich im 2. Quartal 2016 auf 1.122 Mio. € (wb. +9,4 %). Davon entfielen 1.060 Mio. € auf die Life-Science-Bereiche (wb. +10,5 %).

Angaben zu Forschung und Entwicklung

 

 

F&E-Kosten

 

Um Sondereinflüsse bereinigte F&E-Kosten

 

 

Q2 2015

Q2 2016

 

Veränderung

 

H1 2015

H1 2016

 

Veränderung

 

Q2 2015

Q2 2016

 

Veränderung

 

H1 2015

H1 2016

 

Veränderung

 

 

in Mio €

in Mio €

 

wb. in %

 

in Mio €

in Mio €

 

wb. in %

 

in Mio €

in Mio €

 

wb. in %

 

in Mio €

in Mio €

 

wb. in %

Vorjahreswerte angepasst

1

Inklusive Überleitung

Pharmaceuticals

 

581

679

 

17,0

 

1.114

1.379

 

23,6

 

578

679

 

17,6

 

1.111

1.346

 

21,0

Consumer Health

 

65

71

 

10,8

 

117

129

 

11,1

 

60

60

 

3,3

 

110

116

 

7,3

Crop Science

 

268

272

 

3,7

 

506

533

 

6,9

 

268

265

 

1,1

 

506

526

 

5,5

Animal Health

 

32

34

 

9,4

 

65

64

 

.

 

32

34

 

9,4

 

65

64

 

.

Summe Life Sciences1

 

967

1.060

 

10,5

 

1.852

2.105

 

14,1

 

959

1.042

 

9,6

 

1.842

2.052

 

11,9

Covestro

 

68

62

 

–5,9

 

127

126

 

0,8

 

67

62

 

–4,5

 

126

126

 

1,6

Summe Konzern

 

1.035

1.122

 

9,4

 

1.979

2.231

 

13,3

 

1.026

1.104

 

8,6

 

1.968

2.178

 

11,2

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte des Konzerns beliefen sich auf 589 Mio. € (Vorjahr: 601 Mio. €), davon entfielen auf die Life-Science-Bereiche 509 Mio. € (Vorjahr: 466 Mio. €).

In Ergänzung zur Ende 2015 geschlossenen Partnerschaft mit CRISPR Therapeutics AG, Schweiz, unterschrieben Bayer und ERS Genomics, Irland, im Mai 2016 eine Vereinbarung, die Bayer Zugang zu den CRISPR-Cas9-Genome-Editierungs-Patenten von ERS erlaubt. Bayer erhält damit Rechte für definierte Forschungsanwendungen dieser Technologie in ausgewählten strategischen Kerngebieten.

Pharmaceuticals

Mit mehreren Arzneimittelkandidaten aus unserer Forschungs- und Entwicklungspipeline führen wir klinische Studien durch.

Die wichtigsten Arzneimittelkandidaten der klinischen Prüfungsphase II sind:

Forschungs- und Entwicklungsprojekte (Phase II)1

Indikation

Krebs

Schwere Augenerkrankungen2

Herzinsuffizienz

Prävention von Thrombosen3

Behandlung von rezidivierendem/resistentem Non Hodgkin Lymphom (NHL)

Renale Anämie

Herzinsuffizienz

Feuchte altersbedingte Makula-Degeneration2

Brustkrebs mit Knochenmetastasen

Krebs, verschiedene Studien

Krebs

Diffuse systemische Sklerose

Zystische Fibrose

Sekundärprophylaxe akutes Koronarsyndrom (ACS)4

Chronische Herzinsuffizienz

Symptomatische Gebärmuttermyome

Endometriose

1 Stand: 18. Juli 2016
2 Durchgeführt von Regeneron Pharmaceuticals, Inc.
3 Durchgeführt von Ionis Pharmaceuticals, Inc.
4 Durchgeführt von Janssen Research & Development, LLC
Das Wesen der Arzneimittelforschung und -entwicklung bedingt, dass nicht alle Wirkstoffe das jeweils festgelegte Projektziel erreichen werden. Es besteht die Möglichkeit, dass einige oder alle der hier aufgeführten Projekte aufgrund wissenschaftlicher und / oder wirtschaftlicher Erwägungen abgebrochen werden und somit nicht zu einem marktfähigen Produkt führen. Zudem ist es möglich, dass die für diese Wirkstoffe erforderliche Zulassung als Arzneimittel durch die Food and Drug Administration (FDA), die European Medicines Agency (EMA) oder eine andere Zulassungsbehörde nicht erteilt wird. Darüber hinaus überprüfen wir unsere Forschungs- und Entwicklungspipeline regelmäßig, um die aussichtsreichsten Pharmaceuticals-Projekte mit Priorität voranzutreiben.

Gemäß der Empfehlung eines unabhängigen Datenkontrollgremiums (Data Monitoring Committee, DMC) beendeten wir im Mai 2016 eine Phase-II-Studie mit Riociguat (Handelsname: Adempas™) bei Patienten mit Lungenhochdruck als Begleiterkrankung der idiopathischen interstitiellen Pneumonie (PH-IIP).

Darüber hinaus werden wir die Entwicklung von BAY 98‑7196 + Anastrozol (Intravaginalring) in der Indikation Endometriose nicht weiter fortführen.

Die wichtigsten Arzneimittelkandidaten der klinischen Prüfungsphase III sind:

Forschungs- und Entwicklungsprojekte (Phase III)1

Indikation

Lungeninfektionen

Kastrationsresistentes, nicht metastasiertes Prostatakarzinom

Metastasiertes hormonsensitives Prostatakarzinom

Hämophilie A

Lungeninfektionen

Verschiedene Arten von Non Hodgkin's Lymphomen (NHL)

Diabetische Nierenerkrankung

Kombinationsbehandlung von kastrationsresistentem Prostatakrebs

Refraktärer Leberkrebs

Darmkrebs, adjuvante Therapie

Pulmonal arterielle Hypertonie (PAH) bei Patienten, die nur unzureichend auf PDE-5i/ERA ansprachen

Prävention schwerer kardialer Ereignisse (MACE)

Anti-Koagulation in Patienten mit chronischem Herzversagen2

Langzeitprävention venöser Thromboembolien

VTE-Prävention bei Hochrisikopatienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus2

Embolische Schlaganfälle unklarer Ursache

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Lungeninfektionen

1 Stand: 18. Juli 2016
2 Durchgeführt von Janssen Research & Development, LLC
Das Wesen der Arzneimittelforschung und -entwicklung bedingt, dass nicht alle Wirkstoffe das jeweils festgelegte Projektziel erreichen werden. Es besteht die Möglichkeit, dass einige oder alle der hier aufgeführten Projekte aufgrund wissenschaftlicher und / oder wirtschaftlicher Erwägungen abgebrochen werden und somit nicht zu einem marktfähigen Produkt führen. Zudem ist es möglich, dass die für diese Wirkstoffe erforderliche Zulassung als Arzneimittel durch die Food and Drug Administration (FDA), die European Medicines Agency (EMA) oder eine andere Zulassungsbehörde nicht erteilt wird. Darüber hinaus überprüfen wir unsere Forschungs- und Entwicklungspipeline regelmäßig, um die aussichtsreichsten Pharmaceuticals-Projekte mit Priorität voranzutreiben.

Eine klinische Phase-III-Studie bei inoperablem Leberkrebs mit dem Wirkstoff Regorafenib (Handelsname: Stivarga™) erreichte im Mai 2016 den primären Endpunkt – eine statistisch signifikante Verbesserung der Gesamtüberlebenszeit. In der Studie wurde Regorafenib bei Patienten mit Leberzellkarzinom untersucht, deren Krankheit während der vorausgegangenen Behandlung mit Sorafenib (Handelsname: Nexavar™) weiter fortgeschritten war. Wir planen, auf Basis dieser Daten im Laufe des Jahres 2016 die Zulassung für Regorafenib zur Behandlung bei inoperablem Leberkrebs zu beantragen.

Mit Orion Corporation, Espoo, Finnland, vereinbarten wir im Juni 2016, das globale klinische Entwicklungsprogramm für den neuartigen Androgenrezeptor-Antagonisten BAY‑1841788 (ODM‑201) zu erweitern. In einer neuen klinischen Phase-III-Studie soll der Einsatz von BAY‑1841788 bei Männern untersucht werden, die wegen eines neu diagnostizierten metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinoms (mHSPC) eine Hormontherapie als Behandlung der ersten Wahl erhalten.

Des Weiteren schlossen wir im Juni 2016 mit dem US-amerikanischen Studien-Netzwerk NSABP (National Surgical Adjuvant Breast and Bowel Project), einer führenden Organisation für Kooperationen bei klinischen Studien, eine neue Forschungspartnerschaft. Eine klinische Phase-III-Studie soll den Einsatz von Regorafenib als Einzelsubstanz zur adjuvanten Behandlung im Anschluss an eine adjuvante Chemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem, aber noch nicht metastasiertem Darmkrebs untersuchen.

Die wichtigsten noch im Zulassungsprozess befindlichen Arzneimittelkandidaten sind:

Einreichungen1

Indikation

EU, USA, Empfängnisverhütung

USA, Sekundärprophylaxe des akuten Koronarsyndroms (ACS)

1 Stand: 18. Juli 2016

2 Eingereicht von Janssen Research & Development, LLC

Im Mai 2016 erhielt Gadavist™ / Gadovist™ (Wirkstoff: Gadobutrol) von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) als erstes Kontrastmittel die Zulassung zur Magnetresonanzangiographie (MRA) bei bekannter oder vermuteter Erkrankung der supra-aortalen Arterien oder der Nierenarterien bei Patienten in allen Altersklassen.

Consumer Health

Im April 2016 haben wir unser Claritin™-Portfolio in den USA um ClariSpray™ erweitert. Dabei handelt es sich um ein 24 Stunden wirksames Nasenspray zur Behandlung von Allergiesymptomen.

Im Juni 2016 begannen wir in den USA mit der Vermarktung von Aleve™ Direct Therapy, mit dem wir unser Angebot im Bereich der Schmerzlinderung erweitern. Es handelt sich um ein medizinisches Gerät zur transkutanen elektrischen Nervenstimulation, das bei Schmerzen und Verspannungen im unteren Rückenbereich eingesetzt wird.

Crop Science

Im April 2016 gab Crop Science eine auf fünf Jahre angelegte Forschungspartnerschaft mit dem Institut für Geographie und dem Fachbereich Informatik der Universität Hamburg bekannt. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung neuer digitaler Lösungen für die Landwirtschaft auf Basis von geoinformatischen Methoden und Modellen, welche anhand relevanter Geobasisdaten wie Boden-, Klima-, Relief- und Nutzungsparameter die Konsequenzen landwirtschaftlicher Prozesse computergestützt visualisieren.

Im Mai 2016 unterzeichnete Crop Science zusammen mit dem Unternehmen Planetary Resources mit Sitz in Redmond, Washington, USA, eine Absichtserklärung über die Entwicklung von Anwendungen und Produkten auf Grundlage von Satellitenbildern.

Animal Health

Im Mai 2016 schlossen wir mit der BioNTech AG, Deutschland, eine Vereinbarung über die Entwicklung neuartiger mRNA-Impfstoffe und -Therapeutika, die speziell für tiermedizinische Anwendungen bestimmt sind.

Ebenfalls im Mai 2016 unterzeichneten wir mit TransferTech Sherbrooke, Quebec, Kanada, einen Lizenzvertrag über die globale Entwicklung eines neuartigen Impfstoffkandidaten, der an der Université de Sherbrooke entwickelt wurde. Der neue Impfstoff soll Milchviehbestände vor einer durch Staphylococcus aureus verursachten Mastitis schützen.

Covestro

Im Juni 2016 eröffnete Covestro am Standort Dormagen eine Anlage zur Produktion einer neuartigen Schaumstoff-Komponente mit 20 Prozent CO2-Anteil, wodurch der traditionelle Rohstoff aus Erdöl in entsprechender Menge eingespart werden kann. Die neue Anlage mit einer Kapazität von 5.000 Tonnen pro Jahr ermöglicht dem Unternehmen erstmals Kohlendioxid in der Kunststoff-Herstellung in industriellem Maßstab zu nutzen.